Unsere Werte

1. Gewaltfreiheit

Wir sind absolut gewaltfrei in Sprache und Verhalten. Wir treten ruhig und respektvoll, aber entschlossen und standfest auf. Wir vermeiden Beleidigungen und führen Menschen nicht vor. Auch Entscheidungstragende des Systems sehen wir als Menschen. Wir stellen uns ihrem falschen Verhalten in den Weg, nicht ihnen als Personen. Wir sagen die Wahrheit.

2. Wir handeln aus Liebe

Wir handeln aus Liebe zum Leben und zu den Menschen und denken nicht in Feindbildern. Wir führen uns immer wieder vor Augen, dass wir alle im selben Boot sitzen und aufeinander angewiesen sind. Was wir tun, tun wir für alle Menschen, auch diejenigen, die uns schaden wollen. Wir polarisieren, um eine konstruktive gesellschaftliche Spannung zu erzeugen, die wir zur Lösung des Konflikts brauchen, nicht, um bestehende Fronten zu verhärten.

3. Gemeinsame Vision & Entschlossenheit

Wir glauben an die Kraft unserer Vision und treten entschlossen dafür ein. Unser Fokus liegt auf dem Erreichen des Ziels. Wir glauben an das Gute in den Menschen. Wir sind davon überzeugt, dass die Menschen grundsätzlich dazu tendieren, sich für das Gute zu entscheiden, wenn sie die Möglichkeiten dazu haben. Diese kleine Vorleistung müssen wir bringen, um unserem Plan eine Chance zu geben, aufzugehen. Wir stehen mit Namen und Gesicht dazu, was wir tun. Wir leisten entschlossen zivilen Widerstand und nehmen die rechtlichen Konsequenzen in Kauf, bis hin zu massenhaften Inhaftierungen von Klimaschützenden über Wochen bis Monate.

4. Kultur des Willkommens & Inklusivität

Wir möchten, dass jeder Mensch sich bei uns wohlfühlen kann und sich Willkommen fühlt. Wir anerkennen, dass wir alle unterschiedlich sind und unterschiedliche Fähigkeiten haben, mit welchen jede*r einen individuellen Beitrag zur Verwirklichung unserer gemeinsamen Vision leisten kann. Diese Vielfalt sehen wir als wertvoll an. Wir halten uns vor Augen, dass gerade Tätigkeiten, welche weniger gesehen werden, namentlich Care- und administrative Arbeiten aller Art, einen unverzichtbaren Beitrag leisten. Wir wertschätzen die Arbeit jeder einzelnen Person gleich, egal, wie klein oder gross ihr Beitrag ist.

5. Regenerative Kultur

Wir praktizieren Regenerative Kultur und unterstützen uns gegenseitig aktiv dabei. Wir anerkennen, dass Erholung ein widerständiger Akt in sich ist, da sie einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Widerstandsfähigkeit gegen die Ungerechtigkeit leistet. Wir suchen nach Wegen, Überlastung vorzubeugen, indem wir uns einen Arbeitsrhythmus schaffen, welchen wir auch langfristig erholt durchhalten können und auf genügend Freizeit und schöne Ausgleichsaktivitäten achten. Wir fragen nach Hilfe und sprechen unsere*n Koordi*s darauf an, wenn wir überlastet sind, damit gemeinsam nach langfristigen Lösungen gesucht werden kann. Wenn wir über längere Zeit Anzeichen für Überlastung bei jemandem bemerken, sprechen wir die Person auf sensible Weise darauf an, bieten unsere Hilfe an, wenn wir die Kapazitäten dazu haben, oder erinnern freundlich an den Emo-Support. Emotionale Nachhaltigkeit ist höher zu gewichten als komplette Pflichterledigung. Wir haben keine gegenseitigen Erwartungen, was jede*r leisten muss, sondern bringen einander Wertschätzung, Support & Verständnis darüber entgegen, wie viel jede*r gerade leisten kann und möchte. Wir bauen Solidarität, Vertrauen sowie Sicherheit auf und schaffen Raum für emotionalen Austausch. Sobald wir Konflikte bemerken, sprechen wir sie offen an und sorgen dafür, dass es einen Raum gibt, in dem alle gesehen und gehört werden (ggf. durch eine Mediation). Wir streben eine Konfliktlösung an, die alle mittragen können. Wenn wir nicht mehr mit der Strategie mitgehen wollen, legen wir freiwillig unsere Mandate nieder. Konflikte werden nicht nach außen getragen, sondern zuerst intern behandelt. Wir leben den Wandel.

6. Reflektion, Hinterfragung

Wir hinterfragen unser System, uns selbst, unsere Privilegien, Machtstrukturen, Verantwortungen und Proteste und befinden uns in einem stetigen Lern- und Weiterentwicklungsprozess. Wir setzen uns regelmäßig mit unserer Theorie der Veränderung auseinander (z.B. in Form von Talks, Videos, Diskussionen o.Ä.). Das gibt uns Sicherheit und hilft uns, die Proteste besser zu verstehen und zu präsentieren. Wir erkennen die globalen Zusammenhänge und die Verknüpfung der Klimakrise mit Kolonialismus, Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Klassismus, Ableismus und Ageismus an und geben ihnen auch in der Öffentlichkeit Raum. Wir leben eine Kultur des Lernens. Wir dulden keine Form der Diskriminierung. Wir praktizieren eine aktive Feedbackkultur auf allen Organisationsebenen, indem wir Feedback erfragen, Räume für dessen Einreichunng erschaffen und ansprechen, was gut funktioniert hat und wo Verbesserungsbedarf besteht. Dabei halten wir unser Feedback konstruktiv: wir vermeiden Schuldzuweisungen und versuchen immer, Vorschläge für Verbesserungen anzubieten.

7. Transparente Strukturen

Wir schaffen Transparenz in Bezug auf Entscheidungsmandate und Wissensverteilung. Wir haben eine funktionelle Hierarchie, in der die Kerngruppe darauf achtet, dass unser Plan umgesetzt wird, und grundlegende Entscheidungen (z.B. über Zeitpunkte) trifft – in Absprache mit den Arbeitsgruppen. Wir beobachten versteckte Hierarchien (zB Wissenshierarchien o.Ä.), machen sie sichtbar und bauen sie nach bester Möglichkeit ab. Wir machen Redeanteile sichtbar und bemühen uns um Ausgewogenheit, gerade im Hinblick auf die Balance zwischen Männern und FLINTA*. Wir kommunizieren unsere eigenen Grenzen (z.B. wenn wir unsere Aufgaben nicht mehr erfüllen können).